Kategorie: archiv & bibliothek

»Dann war ä Judenverfolgung in Odessa«

Gustav Meyrinks Roman ›Das grüne Gesicht‹ erschien 1917 bei Kurt Wolff, dem Verleger von Franz Kafka und Georg Trakl. Eine der Figuren im Roman, der chassidische Jude Eidotter, erzählt mit jiddischem Zungenschlag von seinen Studien der Kabbala, d.h. der mystischen Schriften des Judentums, vom Handeln des Propheten Elias in seinem Leben und vom Einbruch der schrecklichen Wirklichkeit in Odessa – den grausamen Pogromen in Odessa (heute Ukraine).

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Das Märchen von den zwei Knechten aus der Bukowina

Musik und Märchen sind völkerverbindend und kennen keine Grenzen. ›Die zwölf faulen Knechte‹ ist eine Lügengeschichte in den ›Kinder- und Hausmärchen‹ der Brüder Grimm; sie wurde dort erst in der siebten und letzten Ausgabe von 1857 eingefügt. In ihrer Anmerkung zu dieser ›oberfaulen‹ Geschichte nenne die Brüder Grimm ihre Quelle – die zuletzt auch in die Bukowina führt, genauer gesagt: nach Czernowitz. Und zum ersten einheimischen deutschsprachigen Dichter der Bukowina.

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»In Sprachen bunt, im Geiste gleich«

Die Nationale Jurij-Fedkowytsch-Universität Czernowitz (ukrainisch Чернівецький національний університет імені Юрія Федьковича) wurde 1875 als Franz-Josephs-Universität (Francisco-Josephina) im östlichsten Kronland Österreichs gegründet. An der überwiegend deutschsprachige Universität verteilten sich Siebenbürger Sachsen, Juden, Polen, Ukrainer, Ruthenier, Moldauer und Rumänen auf die griechisch-orthodoxe theologische Fakultät, die rechts- und staatswissenschaftliche Fakultät und die philosophische Fakultät, wo unter anderem der erste Lehrstuhl für Ukrainische Sprache und Ukrainische Literatur sowie der ersten Lehrstuhl für Kirchenslawisch angesiedelt war

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»eines jener ukrainischen Lieder«

Heinrich Laubes ›Novelle‹ mit dem Titel ›Das junge Europa‹ erschien von 1833 bis 1837 in fünf Bänden – und erzählt auch von den »sanften Hügeln der Ukraine«. Wegen politisch-literarischer Vergehen und Kritik an König und Staat wurde Laube 1837 zu sieben Jahren Festungshaft verurteilt, Gönner Laubes sorgten für eine deutlich mildere Strafe. Als Schriftsteller und Dramatiker, Mitglied der Frankfurter Nationalversammlung und langjähriger Direktor des Wiener Burgtheaters war Laube eine bekannte Figur seiner Zeit.

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»Ich wurde am 27. Jänner (dem Geburtstage Mozarts) in Lemberg geboren«

Den österreichischen Schriftsteller Leopold Ritter von Sacher-Masoch (1836–1895) kennt man auch jenseits der Literaturgeschichte: Richard von Krafft-Ebing prägte den Begriff ›Masochismus‹ und ließ sich dabei von Sacher-Masochs bis heute berühmtesten Werk, die ›Venus im Pelz‹ (1870) inspirieren. Sacher-Masoch hinterließ ein umfangreiches Œuvre. 1886, auf dem Gipfel seines Ruhmes, wurde er in Paris mit einem Orden geehrt und von ›Le Figaro‹ gefeiert.

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»wie die Kinder der Ukraine einst geliebt und gekämpft!«

Der deutsche Schriftsteller und Theaterintendant Friedrich Martin von Bodenstedt (1819–1892) ging 1840 als Lehrer nach Moskau, wo er russisch lernte und 1843 nach Tiflis, wo er in die Sprachen der Kaukasusregion eingeführt wurde. 1846 kehrte er nach Deutschland zurück.

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wikidata? wikidata!

Kennen Sie Wikidata? Mit dieser Frage begannen in den letzten zehn Jahren nicht selten Vorträge auf bibliothekarischen Fachtagungen – und der steigende Bekanntheitsgrad war an der Zahl der erhobenen Arme abzulesen. Inzwischen enthält die freie Wissensdatenbank, die von Menschen und Maschinen gelesen und bearbeitet werden kann, über 96 Millionen Einträge und hat sich zu einem Knotenpunkt für die Vernetzung von Wissen entwickelt.

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ilse aichinger schreibt an ihre zwillingsschwester

»Vollständig überrascht, sehr besorgt«, zeigen sich Ilse Aichinger und ihre Mutter in einer Rot-Kreuz-Nachricht, die sie im April 1942 aus dem nationalsozialisti-schen Wien an ihre Verwandten ins britische Exil schicken. Maximal 25 Wörter dürfen sie benutzen, um sich mitzuteilen und Auskünfte einzuholen, und dies auch nur alle drei Monate.

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außer der reihe 3: elizabeth barrett browning

Rainer Maria Rilke war »ein Meister des … Sonetts, und Liebesgedichte von Frauen faszinierten ihn. Rilke beherrschte mehrere Sprachen, das Englische war nicht seine Stärke.« Ruth Klüger hat Rilkes Übersetzung von Elizabeth Barrett Brownings Sonett ›Go from me‹ trotzdem (oder deswegen) für die FAZ interpretiert. Aber wer war Elizabeth Barrett Browning? Wer sie im neuen Marbacher Online-Katalog sucht, erzielt immerhin 55 Treffer.

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