Die Bibliothek des DLA sammelt Adaptionen von Kafkas Werken

In der Bibliothek des Deutschen Literaturarchivs wird die Vielfalt der Wirkungsgeschichte Kafkas dokumentiert – von der Erstausgabe bis zum Taschenbuch, von der (kommentierten) Übersetzung in fremde Sprachen bis zur historisch-kritischen Edition, vom Beitrag in einer literarischen Zeitschrift, von audio-visuellen Materialien bis zum Weblog. Hinzu kommen die einschlägige Forschungsliteratur und die Dokumentation der Rezeptionszeugnisse in der Mediendokumentation. In den letzten 50 Jahren wurden so auch zahlreiche Adaptionen von Kafkas Werken erworben.


Die Werktitel-Redaktion des DLA hat im Kafka-Jahr nun seine Werke und deren Vertonungen, Verfilmungen, Hörspielfassungen usw. in Beziehung gesetzt und mit den im Katalog nachgewiesenen Beständen verknüpft. Zum Romanfragment Der Verschollene (von Max Brod 1927 unter dem Titel Amerika postum veröffentlicht) können Film-, Bühnen- und Hörspielbearbeitungen gefunden werden. Auf der Erzählung In der Strafkolonie basiert die Oper In the Penal Colony von Philip Glass, 2000 in Seattle uraufgeführt. 

 

Zur Erzählung Die Verwandlung gibt es Computerspiele, die die weltbekannte Geschichte von Gregor Samsa weniger literarisch als spielerisch in Auszügen vermitteln: Treffen Sie Gregor! von Libri.de, The Metamorphosis von Izmir Games Collective und Bad Mojo von Pulse Entertainment, Inc.


Zu kanonisierten Texten wie Das Schloss, Die Verwandlung und In der Strafkolonie, aber auch zu weniger bekannten Erzählungen, wie beispielsweise Ein Brudermord liegen Graphic Novels und Comics in den Sprachen Deutsch, Englisch, Französisch, Italienisch und Tschechisch vor.


Im Tonstudio der Mediendokumentation können zahlreiche Hörspielbearbeitungen von Kafkas Werken und Leben angehört werden. Eines dieser Hörspiele ist Valse Eternelle – Ein Brief unter der Regie von Patricia Jünger und nach der Buchvorlage Milena antwortet von Ria Endres. Das Hörspiel beleuchtet die Beziehung zwischen Franz Kafka und seiner Übersetzerin ins Tschechische, Milena Jesenská. Kafkas Briefe an Jesenská sind erhalten und aufs Äußerste persönlich und literarisch, Jesenskás Antworten sind verschollen. Roman und Hörspiel versuchen, beider Stimmen zum Leben zu erwecken.


In einer Vielzahl von Romanen und Erzählungen zeitgenössischer Autoren und solchen des 20. Jahrhunderts spielen Kafka oder eines seiner Werke eine Rolle. Auch dafür bietet der Katalog einen Sucheinstieg für Primär- und Sekundärliteratur.


Das DLA stellt damit allen, die den Kontinent der Kafka-Rezeption durchwandern mögen, eine attraktive Karte zur Verfügung.


Karin Schmidgall, Daniela Rohleder unter Mitarb. von Barbara Brohmeyer

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