laß leuchten! peter rühmkorf – selbstredend und selbstreimend

Eröffnung am 27. September 2020

 

Der vielfach preisgekrönte Lyriker Peter Rühmkorf (1929–2008) war lange Jahre in Hamburg an der Elbe zu Hause, doch seine Manuskripte ›wohnen‹ bereits seit 1980 als sogenannter Vorlass im Deutschen Literaturarchiv, wo nun die Arno Schmidt Stiftung Rühmkorfs Leben und Werk mit der umfangreichen Ausstellung »Laß leuchten!« im Schiller-Nationalmuseum präsentiert.

 

Rühmkorf publizierte seine Gedichte nicht nur in Büchern, sondern entdeckte neue Orte für die Lyrik. Gemeinsam mit befreundeten Musikern trug er sie auch als »Jazz und Lyrik« in Kellerclubs, Kirchen und auf öffentlichen Plätzen vor. Er sammelte Kinder- und Spottverse, studierte und rezensierte Kollegen, bewunderte Dichter vergangener Jahrhunderte, schrieb Theaterstücke und erreichte mit seinem Erinnerungsbuch Die Jahre die Ihr kennt ein großes Publikum. Rühmkorf arbeitete als Redakteur der Zeitschrift konkret, als Lektor des Rowohlt Verlags und engagierte sich in der Studenten- und Friedensbewegung.

 

Die Ausstellung zeigt Rühmkorfs Werk und sein Leben als Künstler und streitbarer Intellektueller in allen Facetten. Zentrales Element der Ausstellung ist der »Raum der Gedichte«, in dem zehn Gedichte Rühmkorfs in Großprojektionen inszeniert werden. Eine Auswahl weitgehend unbekannter Filmaufnahmen seiner Jazz-und-Lyrik-Programme aus mehreren Jahrzehnten ergänzt die Gedichtprojektionen. Themenstationen widmen sich wichtigen Aspekten in Schaffen und Leben des Dichters, stellen einzelne Werkphasen vor und erläutern sein poetisches Konzept. Eine fünfzig Quadratmeter große Wandinstallation verdeutlicht am Beispiel des Gedichts Selbst lll/88 Rühmkorfs aufwändigen Arbeitsprozess.

 

Zusammen mit ›Hölderlin, Celan und die Sprachen der Poesie‹ verwandelt die Ausstellung die Marbacher Literaturmuseen bis zum 1. August 2021 in einen Ort, an dem die kleine literarische Form des Gedichts die Hauptrolle spielt und Besucher auf Poesie in unterschiedlichsten Erscheinungsweisen treffen – gereimt und gezählt, bewegt und still, laut und zart, dunkel und leuchtend.

 

Zur Ausstellung erscheint ein Marbacher Magazin.

 

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