eine ausstellung als open space

Im Sommersemester 2019 haben wir Studierenden der Klasse von Uli Cluss, Professor für Kommunikationsdesign und Leiter des Institutes für Buchgestaltung.an der Staatlichen Akademie für bildende Künste Stuttgart, für unser Forschungs- und Ausstellungsprojekt Namibia fiktiv und faktisch die Aufgabe gestellt, ein trotz aller Offenheit planbares und bezahlbares Gestaltungssystem zu entwickeln, das die Prinzipien eines Open Space erfüllt: die Themen werden durch die Teilnehmenden bestimmt; jede und jeder, der möchte, kann auf seine eigene Weise an Gruppenarbeitsprozessen mitwirken; in regelmäßigen Abständen werden Ergebnisse zusammengefasst und daraus nächste Schritte abgeleitet.

Für diesen Aushandlungsraum, der ein Thema nicht repräsentiert, sondern es in seinen unterschiedlichen Facetten zur offenen wie öffentlichen Debatte stellt, waren nur zwei Konstanten vorgegeben: Es steht dafür ein bestimmter Raum im Literaturmuseum der Moderne zur Verfügung und die Hauptexponate ebenso wie das Hauptkommentierungsmittel werden Texte sein.

Fünf studentische Teams haben dann Entwürfe skizziert, von denen wir aufgrund seiner gestalterischen Klarheit, aber auch planerischen Einfachheit den Entwurf von Sonja Schwarz und Abdelhamid Ameur ausgewählt und im September 2019 unseren Projektpartnern von der Universität Namibia vorgestellt und nach der Diskussion mit ihnen modifiziert haben. Aus den kommentierenden Texten wurden Fragebogen, die jeder Kuratorin und jedem Kurator erlauben, auch sich selbst und die eigene Herkunfts- und Erfahrungsgeschichte zu thematisieren. Statt die Kommentierungen von allen Partnern zu überlagern, entschieden wir uns für Schritte: den Anfang machten wir im Deutschen Literaturarchiv Marbach, dann kommen die Partner aus Namibia sowie Schriftstellerinnen und Schriftsteller aus Afrika dazu. Die Anfangsüberlegung, einen einzigen Text in den Mittelpunkt zu stellen – Frieda von Bülows Roman Tropenkoller – und von ihm aus alles andere zu zeigen, wurde durch eine freie Textauswahl ersetzt und daher auch der Ausstellungstitel geändert (Narrating Africa statt Tropenkoller).

Zur Zeit wird der dritte Kommentardurchgang von Narrating Africa #StepOne produziert, im Herbst bauen wir die Ausstellung für #StepTwo um, den wir wegen Covid-19 statt mit einem analogen Literaturfestival mit einem digitalen Werkstattraum eröffnet haben (mehr dazu: https://www.dla-marbach.de/museen/wechselausstellungen/africa-digital/).

 

Die gezeigten Entwurfsskizzen stammen (von oben nach unten) von Niklas Berlec und Juliane Windbiel, Mark Julian Hahn, Valentin Kopka, Jan Robert Obst und Tine von Raven sowie Jule Hägele und David Kurz. Weitere Entwürfe lieferten: Valentin Alisch und Tobias Hönow.  Das Aufbaumuster im Beitragsbild geht zurück auf den Entwurf von Abdelhamid Ameur und Sonja Schwarz.

 

In Zusammenarbeit mit der Universität von Namibia, gefördert vom Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden- Württemberg.

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